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de nl ch it fr uk lu Gartenbau-Versicherung in Europa

Die seit Ende Juni in Deutschland und weiten Teilen Europas vorherrschende Hitzewelle fand am Sonntagnachmittag ihr vorübergehendes Ende. Von Westen kommend sorgte Tief „Siegfried“ mit seiner vorgelagerten Kaltfront für teils heftige Gewitter. Betroffen waren vor allem die Mitte Deutschlands, so das nördliche Rheinland-Pfalz und angrenzende südliche Nordrhein-Westfalen, Teile Niedersachsens sowie weiter östlich Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Neben Hagel von teils beachtlicher Größe brachte der Unwetterzug auch wieder regional heftige Sturmböen und Starkregen mit sich. Alles in allem scheinen sich die Versicherer jedoch einig zu sein: Ein Großschadenereignis wie Sturmtief „Ela“ an Pfingsten 2014 hat es nicht gegeben. Damals waren vor allem im Rheinland Sturmschäden in beachtlicher Millionenhöhe entstanden.

Gartenbau: Viele Schäden aber keine Katastrophe
Auch die Gartenbau-Versicherung kann dies bestätigen. Die Anzahl der gemeldeten Schäden ist mit 80 bis maximal 100 Meldungen zwar beachtlich, der versicherte Schadenumfang dürfte sich bei dieser Größenordnung bei geschätzt einer halben bis einer Million Euro aber noch in Grenzen halten. Das Gros der Schäden befindet sich im Rheinland, hier vor allem im Großraum Bonn und wurde insbesondere durch Hagel verursacht. Die Gartenbau-Versicherung rechnet in dieser Region mit circa 40 Schadenmeldungen, vorwiegend an Unterglasbetrieben. Die Mitarbeiter der Gartenbau-Versicherung sind seit Montag in den betroffenen Gebieten unterwegs, damit wie üblich eine zeitnahe Schadenaufnahme und -regulierung sichergestellt werden kann.

Rekordtemperatur wurde gebrochen
In Deutschland wurde am vergangenen Wochenende die höchste bisher gemessene Temperatur seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 erreicht. Mit 40,3 °C toppte Kitzingen am vergangenen Sonntag den deutschen Temperaturrekord aus dem Jahr 2003 in Höhe von 40,2 °C. Deutschland sowie weite Teile Europas liegen seit dem 27. Juni im Einfluss des ausgeprägten Hochdruckgebietes „Annelie“, das seit Sonntag von Tief „Siegfried“ ostwärts in Richtung Russland verdrängt wird. „Annelie“ brachte in den letzten Tagen zunehmend heiße Luftmassen aus der Sahara zu uns. Dass es zu dermaßen hohen Temperaturen überhaupt kommen konnte, liegt daran, dass die Saharaluft quasi über den Landweg, das heißt über die Straße von Gibraltar nach Europa gelangte und nicht über das noch recht kühle Mittelmeer oder den Atlantik.

Aussichten
Der Deutsche Wetterdienst hat für den heutigen Dienstag und die sich anschließende Nacht zum Mittwoch erneut schwere Unwetter angekündigt. Mit Ausnahme des äußersten Nordens besteht quasi für ganz Deutschland hohes Unwetterpotenzial. Die Unwettersaison hat also erst begonnen und es bleibt abzuwarten welchen Verlauf sie in diesem Sommer nimmt. (GV)

Vor allem das Rheinland war von den Unwetterschäden am 5. Juli betroffen. Hagel führte hier zu zahlreichen kleineren bis mittleren Schäden vorwiegend im Unterglasanbau. (Foto: GV)

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