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de nl ch it fr uk lu Gartenbau-Versicherung in Europa

Platzregen, Hagelschlossen bis zur Größe von Tennisbällen und Orkanböen haben nach der jüngsten Hitzewelle in den ersten Julitagen der Landwirtschaft Schäden in Millionenhöhe zugefügt. So schätzt allein die Vereinigte Hagelversicherung VVaG, Gießen die durch die Unwetter verursachten Schäden von Anfang Juli auf rund 25 Millionen Euro.

 

Nach den schweren Unwettern vom Wochenende des 4. und 5. Juli konnte sich zunächst im Süden und Südwesten, später auch weiter nach Nordosten im Vorfeld einer Kaltfront nochmals ein Schwall feucht-warmer Luft durchsetzen. Wie so oft erwiesen sich die Mittelgebirge als Quellgebiet besonders intensiver Gewitterzellen. Vom frühen Dienstagnachmittag an bildeten sich über den westlichen und südwestlichen Mittelgebirgen zunächst isolierte Gewitterzellen, bevor sie sich zum Abend und in der Nacht zu mehreren Gewitterlinien gruppierten und von Südwest nach Nordost über das Land hinweg zogen.

 

Eine markante Gewitterlinie entwickelte sich über Eifel und Westerwald und zog über Nordhessen, Südniedersachsen, Nordthüringen, Sachsen-Anhalt und Südbrandenburg. Weitere Gewitterstaffeln überquerten vor allem den Süden und Südosten Hessens, Unter- und Oberfranken, Thüringen und Teile Sachsens. Mehrere Gewitterherde entstanden zudem am späteren Abend über den Vogesen und der Alb und verlagerten sich über die mittleren Teile von Baden-Württemberg und Bayern nordostwärts nach Tschechien. Im Verlaufe der Nacht zum Mittwoch wurden dann auch Oberschwaben, Schwaben, Oberbayern und Niederbayern in Mitleidenschaft gezogen.

 

Insgesamt 50.000 Hektar werden besichtigt
Besonders schwer traf es diesmal die Bezirksdirektionen Gießen, Münster, Nürnberg und zum Teil Berlin. Allein in einer etwa 25 km breiten und 80 km langen Schneise zwischen Nordhausen und Delitzsch wurden über 15.000 Hektar Getreide, Raps, Zuckerrüben und Mais zerstört. Weitere 7.000 Hektar wurden allein aus der Region zwischen Bad Münstereifel und Gummersbach gemeldet. In Bayern waren es Hagelzüge vom Donauried bis in die Hallertau, die Tausende Hektar landwirtschaftlicher Kulturen zerstörten. Auch Deutschlands größtes Hopfenanbaugebiet hat in diesem Jahr wieder einiges abbekommen. 70 Sachverständigenkommissionen sind bereits im Einsatz, um die Schäden schnellstmöglich zu regulieren. Weitere Kommissionen kommen täglich – über die Ländergrenzen hinweg – dazu, um den Ernteverlauf möglichst nicht zu verzögern.


Schwere Schäden auch durch Sturm
Neben Starkregen und größerem Hagel gingen ganz besonders von teils extremen Gewitterböen hohe Unwettergefahr und Schadenspotenzial aus. So sorgte nach Informationen des Deutschen Wetterdienstes die entsprechende Gewitterlinie zwischen Nordhessen und Südbrandenburg verbreitet für orkanartige Böen (Frankenberg-Geismar 108 km/h, Fritzlar 112 km/h, Eschwege-Eltmannshausen 115 km/h). Spitzenreiter bei den Gewitterböen war Erfurt. Dort wurde eine Orkanböen mit 119 km/h registriert. Richtig "zur Sache" ging es auch bei den Gewitterherden über den mittleren Teilen Baden-Württembergs und Bayerns. Harburg (122 km/h), Nürnberg (126 km/h) und Selb-Spielberg (119 km/h) meldeten jeweils Orkanböen. (Vereinigte Hagel)

 

 

Mais Hagel- und Sturmschaden (Foto: VH)

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