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de nl ch it fr uk lu Gartenbau-Versicherung in Europa

Zwischenbilanz der jüngsten Unwetter

Unwetter mit Starkregen, Hagelschlossen und Orkanböen haben in den letzten Wochen auch der Landwirtschaft Verluste in Millionenhöhe zugefügt. Bis heute wurden als Folge hiervon der Vereinigten Hagel deutschlandweit insgesamt 87.000 Hektar als geschädigt gemeldet. Dies entspricht rund 24.000 einzelnen Feldstücken, die von den Sachverstän-digen begutachtet wurden bzw. in diesen Tagen noch begutachtet werden. Der bisher geschätzte Schaden beläuft sich bislang auf mindestens 30 Mio. €. Betroffen sind alle Kulturen, im Ackerbau vor allem Getreide, Raps, Ackerbohnen, Mais und Rüben, bei den Sonderkulturen Obst (Erdbeeren, Kernobst, Steinobst, Strauchbeeren) und Gemüse (Kohl, Salat, Spinat u. a.), aber auch Wein und Hopfen.

Starkregenschäden in der Landwirtschaft sind versicherbar

Neben Hagel hat vor allem Starkregen zu den schweren Schäden geführt. Kartoffeldäm-me wurden freigespült, frisch aufgelaufene Mais- und Zuckerrübenbestände wurden verschlämmt, Wintergerste ging ins Lager und kann voraussichtlich nicht mehr gedroschen werden. 70 bis 80 Prozent der Landwirte sind hierzulande gegen Hagel versichert. Die Versicherung gegen Starkregen hingegen ist bei weitem noch nicht so stark verbreitet. Viele Landwirte müssen daher heute den Schaden durch Starkregen selbst tragen. Dies wurde von den Betroffenen auch in den Medien wiederholt beklagt und der Ruf nach ad hoc-Hilfen wurde laut. Seit mittlerweile fast zehn Jahren sind jedoch die Ackerbaukulturen mit wenigen Ausnahmen sowie viele Obst- und Gemüsekulturen im Rahmen der Mehrgefahrenversicherung auch gegen Starkregen versicherbar. Wurde diese zusätzliche Absicherung bis vor drei Jahren noch mit einer höheren Steuer belegt, fällt heute keine zusätzliche Steuer mehr an.

Deutliches Zeichen für einzelbetriebliche Vorsorge – keine zusätzliche Steuer

Mit der Reform der Versicherungssteuer Anfang 2013 hat der Staat ein deutliches Zei-chen gesetzt, um die eigenverantwortliche Risikovorsorge der Betriebe zu stärken. Galt bis dahin noch die allgemeine Versicherungssteuer von 19% auf die Prämie, wurde diese mit Beginn des Jahres 2013 auf 0,03% der Versicherungssumme festgelegt. Diese so genannte Summensteuer galt bis dahin nur für die reine Hagelversicherung. Konkret bedeutet dies, dass für die Ergänzung des Risikos Starkregen in der Versicherungspolice keine zusätzliche Steuer mehr fällig ist gegenüber der reinen Hagelversicherung. Mit Soforthilfen für versicherbare Risiken dürfte daher jetzt und zukünftig nicht zu rechnen sein. Neben der direkten Einwirkung des Regens (50 Liter innerhalb von 24 Stunden) sind bei der Vereinigten Hagel (Secufarm3) übrigens auch die Folgen durch stehendes Wasser beitragsfrei mitversichert. Nicht versicherbar sind derzeit noch die Folgen von Hochwasser oder Überflutung.

Zuckerrübenfeld nach Starkregen bei Gießen

Flächig überschwemmtes Kartoffelfeld bei Kleve

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