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FAQ: Versicherungsschutz während des zweiten Lockdowns

Das gilt bei Verkaufsbeschränkungen ab November/Dezember 2020

Nachdem im November bereits Cafés und Restaurants schließen mussten, leidet der gärtnerische Einzelhandel nun in fast allen Bundesländern unter erheblichen Verkaufsbeschränkungen. Wie beim ersten Lockdown im Frühjahr werten wir diese Situation im Sinne unserer Mitglieder als „Verkehrsbeschränkung infolge der behördlichen Anordnung eines (Seuchen-)sperrgebiets“. Dadurch besteht Versicherungsschutz auf Basis der entsprechenden Deckungserweiterung.

Um die Regulierung von Schäden gewohnt zügig beginnen zu können, beantworten wir Ihnen hier die häufigsten Fragen rund um Ihren Versicherungsschutz. Das Wichtigste vorab: Bitte wenden Sie sich im Schadenfall so bald wie möglich an Ihren Außendienstmitarbeiter, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

1. Welche Unterlagen muss ich für die Schadenregulierung bereithalten?

Leider gibt es auch in diesem Lockdown keine bundesweiten Regeln. Die Allgemeinverfügungen der Länder liegen uns jedoch vor – sollte Ihr Schadenfall darauf beruhen, müssen Sie uns keine weitere Bestätigung einreichen.

Anders sieht es aus, wenn Ihr Betrieb durch eine lokale Behörde wie das Ordnungsamt geschlossen wurde - etwa wegen eines besonders hohen Inzidenzwertes vor Ort. Dann benötigen wir eine amtliche Bestätigung, die Sie oft auf der Website Ihrer Kommune finden, z.B. unter „Öffentliche Bekanntmachungen“.

Welche Unterlagen/Nachweise wir zusätzlich aus Ihrem Betrieb benötigen, besprechen Sie bitte mit Ihrem Außendienstmitarbeiter.

2. Kann es auch „Teilschäden“ geben?

Ja, es bedarf keiner kompletten Schließung, um einen Schaden geltend zu machen. Teilschäden entstanden z.B. im November bei der Schließung von Cafés und Restaurants, während gleichzeitig Gartencenter geöffnet blieben. Ein Teilschaden entsteht aber auch, wenn im Dezember z.B. der Verkauf von Weihnachtsbäumen, Lebensmitteln oder Tiernahrung erlaubt bleibt, der gesamte Rest des Geschäfts aber geschlossen bleiben muss.

3. Sollte ich trotzdem staatliche Unterstützungsmaßnahmen für Betriebe beantragen?

Ja, bitte informieren Sie sich unbedingt, welche Maßnahmen für Sie in Frage kommen (z.B. Kurzarbeitergeld, November-/Dezemberhilfen der Bundesregierung).

4. Ist es versichert, wenn ich durch einen Nachfragerückgang bei Kunden weniger Ware absetzen kann als üblich?

Grundsätzlich sind Schäden durch das Wegbrechen der Nachfrage oder auch nur durch das Wegfallen einzelner Abnehmer vertraglich ausgeschlossen. Das „Seuchensperrgebiet“ und somit die behördliche Verkaufsbeschränkung muss entweder Ihren eigenen Betrieb mit Endverkaufsstelle betreffen oder Ihre übliche regionale Annahmestelle wie den Großmarkt, ein Zentrallager oder eine Genossenschaft. Nicht versichert ist es also, wenn z.B. der Großmarkt weiterhin geöffnet ist, Sie dort aber weniger Ware absetzen als üblich.

5. Im ersten Lockdown war meine Karenzzeit noch nicht abgelaufen. Wird mein Schaden nun bezahlt?

Der zweite Lockdown gilt als neues Schadenereignis. Das heißt, dass wir Sie nach erfüllter Wartezeit nun entschädigen, wenn Sie die sonstigen Bedingungen erfüllen.

6. Mein Café wurde im November geschlossen und mir wurde für den Schaden bereits ein Selbstbehalt angerechnet. Am 16.12. wurde nun auch noch das gesamte Gartencenter geschlossen. Gibt es einen erneuten Selbstbehalt?

Nein, wir sehen dies als ein zusammenhängendes Schadenereignis, der Selbstbehalt wird also nur einmal fällig.

7. Mein Versicherungsschutz läuft am 31.12.2020 aus. Zahlt die Gartenbau-Versicherung nur bis zu diesem Datum?

Nein. Wichtig ist nur, dass der Schadeneintritt vor dem 31.12.2020 lag. Ab diesem Zeitpunkt zahlen wir die damit zusammenhängenden Schäden, auch bei Verlängerungen des Lockdowns, bis zu 12 Monate lang.

8. Welche Ware kann grundsätzlich entschädigt werden?

Neben der betrieblichen Wertschöpfung sind auch überständig werdende Pflanzen versichert und können somit entschädigt werden, wenn die Voraussetzungen für einen Versicherungsschutz erfüllt sind. Keine Deckung besteht jedoch für Pflanzen, die zum Termin der aktuell angekündigten Wiedereröffnung noch vermarktbar sind.

9. Darf ich Ware für einen guten Zweck verschenken (und den Schaden trotzdem geltend machen)?

Bitte besprechen Sie dies im Einzelfall mit Ihrem Außendienstmitarbeiter, der die Ware vor einer Weitergabe ja ohnehin dokumentieren muss.

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